Aufgewachsen bin ich mit Fischen, diversen Vogelarten, Pferden, einem Hund und einer Schildkröte.
Wer Tiere hat, weià genau: Jedes Individuum hat seinen eigenen Charakter und ist dadurch einzigartig. Selbst Fische und Vögel, bei denen man das vielleicht nicht auf den ersten Blick vermutet, haben tatsÀchlich ein eigenes Ego und ganz eigene Verhaltensweisen.
Und wer denkt, dass eine Schildkröte nicht unglaublich viel ausdrĂŒcken kann und sogar eine eigene Mimik hat, der hat noch nie mit einer Schildkröte den Garten geteilt. Meine Schildkröte Paulina hat einmal knapp drei Wochen lang nichts mehr aus der Hand gefressen, weil wir ihr ein schlecht schmeckendes Medikament auf die Unterseite ihrer heiĂ geliebten Wassermelone gegeben hatten. Und ich schwöre, dass sie dabei das Gesicht verzogen hat.
Als ich Kind war, haben sich noch hauptsĂ€chlich meine Eltern um die Versorgung der Tiere gekĂŒmmert. Das Ă€nderte sich, als ich mit 14 Jahren ins Internat zog und dort Wellensittiche hatte.
Damals war ich körperlich noch so fit, dass ich die Vögel, natĂŒrlich mit etwas UnterstĂŒtzung, selbststĂ€ndig fĂŒttern und den KĂ€fig reinigen konnte.
Als ich dann irgendwann meine eigene Wohnung hatte, stand es ĂŒberhaupt nicht zur Diskussion, keine Tiere zu haben. Dieser Gedanke war schlicht undenkbar.
Und so hatte ich auch seit dem Einzug in meine erste eigene Wohnung wieder Vögel, zweimal ĂŒber viele Jahre hinweg unterbrochen durch Katzenhaltung.
Wie ein roter Faden ziehen sich Kanarienvögel durch mein Leben. Vermutlich, weil es sie in unserer nahen und entfernteren Familie irgendwie immer gab und sie fĂŒr mich deshalb einfach dazugehören.
Auch aktuell habe ich Kanarienvögel. Ein Running Gag bei uns ist, dass jeder mĂ€nnliche Kanarienvogel selbstverstĂ€ndlich Charlie heiĂen muss. Und so ist es bis heute natĂŒrlich auch so, dass ich einen Charlie unter meinen Kanarienvögeln habe.
Heute kann ich mich körperlich nicht mehr selbst um die Versorgung der Tiere kĂŒmmern. Das bedeutet, dass das FĂŒttern und SĂ€ubern der Voliere unter meiner Regie von einem Assistenten ĂŒbernommen wird.
FĂŒr mich ist es schön zu sehen, wie Menschen, die vielleicht vorher noch ĂŒberhaupt nichts mit Vögeln zu tun hatten, auf einmal Interesse an diesen hĂŒbschen und spannenden Tieren entwickeln. Sie fragen nach, begrĂŒĂen die Vögel, wenn sie zum Dienst kommen, und interessieren sich ehrlich fĂŒr ihr Wohlergehen.
Tiere gehören zu meinem Leben, und daran hat auch das Fortschreiten der SMA nichts geĂ€ndert. NatĂŒrlich hat sich im Laufe der Jahre vieles verĂ€ndert. Mit zunehmender körperlicher EinschrĂ€nkung kann ich viele Aufgaben, die zur Tierhaltung gehören, nicht mehr selbst ĂŒbernehmen. Aber Tiere zu halten, bedeutet fĂŒr mich deshalb nicht weniger Verantwortung, sondern vor allem eine andere Organisation von Verantwortung.
Mir ist wichtig, dass die Haltung meiner Tiere zu meiner Lebenssituation passt und dass ihre Versorgung jederzeit zuverlĂ€ssig sichergestellt ist. Das bedeutet, UnterstĂŒtzung anzunehmen, Aufgaben gut zu organisieren und auch ehrlich zu ĂŒberlegen, welche Tiere und welche Form der Haltung mit meiner persönlichen Situation vereinbar sind. Unter den gegebenen UmstĂ€nden wĂŒrde fĂŒr mich persönlich zum Beispiel ein Hund nicht infrage kommen.
SMA und Haustierhaltung schlieĂen sich fĂŒr mich nicht aus. Sie brauchen nur eine gute Planung und ein zuverlĂ€ssiges Umfeld.
Kanarienvögel in ihrer Voliere vor einem Balkon in einer Wohnung.
Hinweis: Erkennbare Markennamen sind willkuÌrlich gewaÌhlt und dienen ausdruÌcklich nicht der Produktplatzierung. Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf UmsatzgeschaÌfte der auf SMAlltalk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezuÌglich keinerlei Erwartungen.
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