Nachdem die Kostenübernahme genehmigt war, konnte der konkrete Fahrzeugumbau beginnen. Schon vorher hatte ich erste Beratungsgespräche mit einer spezialisierten Umbaufirma geführt. Gemeinsam wurde besprochen, welches Fahrzeug für mich geeignet ist und welche technischen Lösungen notwendig sind, damit ich möglichst selbstständig fahren kann.
Aufgrund der umfangreichen elektronischen Anpassungen kam für meinen Umbau nur ein Neuwagen infrage. Ich entschied mich für einen Volkswagen T6. Nachdem das Fahrzeug ausgeliefert worden war, wurde es zur Umbaufirma SW Rehamobil aus Dortmund gebracht. Dort begann der eigentliche Umbau, der wegen der vielen individuellen Anpassungen mehrere Monate dauerte.
Während des Umbaus musste ich mehrfach nach Dortmund fahren. Dort wurden Sitzposition, Steuerung und verschiedene Funktionen genau auf mich abgestimmt. Diese Termine waren wichtig, damit am Ende wirklich alles alltagstauglich funktioniert. Die Mitarbeitenden nahmen sich viel Zeit und versuchten, auch technisch anspruchsvolle Lösungen möglich zu machen.
Mein Fahrzeug wurde auf der rechten Seite mit einer elektrischen Schiebetür und einer Rollstuhlrampe ausgestattet. Beides kann ich über eine kleine Fernbedienung steuern. Per Knopfdruck öffnen sich Tür und Rampe, sodass ich selbstständig mit meinem Elektrorollstuhl in das Fahrzeug fahren kann.
Der Fahrersitz wurde vollständig entfernt. Dadurch kann ich mit meinem Elektrorollstuhl direkt an die Fahrerposition fahren. Über eine Dahl-Dockingstation werde ich sicher im Fahrzeug verankert. Auch mein Sicherheitsgurt ist so vorbereitet, dass ich hineinfahren kann. Selbstverständlich wurde das gesamte System vom TÜV geprüft und abgenommen.
Gas, Bremse und Lenkung bediene ich über Joysticks. Was im ersten Moment kompliziert klingt, ist für mich heute die Grundlage dafür, selbstständig Auto fahren zu können. Zusätzlich gibt es ein Bedienmodul, über das ich wichtige Funktionen wie Handbremse, Fensterheber, Zündung und Startfunktion eigenständig bedienen kann.
Zusätzlich wurde am Brems- und Gassystem ein kleiner Mini-Joystick integriert. Darüber kann ich weitere Fahrzeugfunktionen wie Blinker, Tempomat, Hupe, Licht, Scheibenwischer und Scheibenwaschanlage bedienen. So kann ich während der Fahrt viele wichtige Funktionen selbst kontrollieren, ohne dass jemand anderes eingreifen muss.
Besonders wichtig war uns, dass mein Mann das Fahrzeug ebenfalls nutzen kann. Der Beifahrersitz ist deshalb ebenfalls mit einer Dahl-Dockingstation ausgestattet und kann per Knopfdruck gelöst und auf die Fahrerseite umgesetzt werden. Zusätzlich lässt sich das Joystick-System deaktivieren, sodass das Auto wie ein gewöhnliches Automatikfahrzeug gefahren werden kann.
Natürlich müssen die technischen Umbauten regelmäßig gewartet und überprüft werden. Bei behindertengerechten Fahrzeugumbauten findet in der Regel einmal jährlich eine Wartung beziehungsweise Sicherheitsprüfung statt. Für mich ist das wichtig, weil ich mich im Alltag auf die Technik verlassen können muss – beim Einsteigen, beim Fahren und beim Aussteigen.
Ein besonders großer Gewinn ist für mich die Selbstständigkeit. Ich kann viele Schritte eigenständig bewältigen: vom Öffnen des Fahrzeugs über das Einfahren und Sichern meines Rollstuhls bis hin zum eigentlichen Fahren. Mein Fahrzeug ist deshalb viel mehr als ein Fortbewegungsmittel. Es bedeutet Freiheit, Unabhängigkeit und Lebensqualität.
Hinweis: Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung. Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAlltalk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen.
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Fortsetzung folgt...