Als ich meinen Führerschein endlich in den Händen hielt, war ich unglaublich stolz. Mobilität und Selbstständigkeit waren schon immer ein großer Traum von mir. Gleichzeitig wurde aber schnell klar: Ein Führerschein allein reicht nicht aus, wenn man kein Fahrzeug hat, das man auch wirklich selbstständig nutzen kann. Damit aus meinem Führerschein echte Mobilität werden konnte, brauchte ich ein eigenes Auto und einen behindertengerechten Fahrzeugumbau.
Für mich ging es nicht um Komfort oder Luxus, sondern um die Möglichkeit, meinen Alltag selbstbestimmt zu bewältigen. Mein Arbeitsweg, Arzttermine, Physiotherapie, Behördengänge oder Einkäufe waren ohne eigenes Fahrzeug nur schwer oder teilweise gar nicht möglich. Deshalb musste ich ausführlich begründen, warum ein umgebautes Auto für mich notwendig war und warum Taxi, öffentliche Verkehrsmittel oder Unterstützung durch andere keine dauerhafte Lösung waren.
Da ich mich damals noch in der Ausbildung befand, war die Agentur für Arbeit für die Kostenübernahme zuständig. Schon zu Beginn des Antragsverfahrens merkte ich, wie aufwendig dieser Prozess werden würde. Für nahezu alles mussten mehrere Kostenvoranschläge eingereicht werden, meistens drei verschiedene – sowohl für das Fahrzeug selbst als auch für den späteren behindertengerechten Umbau.
Gerade bei behindertengerechten Fahrzeugumbauten ist es nicht einfach, verschiedene Angebote einzuholen. Es gibt nur wenige spezialisierte Firmen, und natürlich tauscht man sich vorher mit anderen Betroffenen aus. Dadurch entstehen persönliche Favoriten. Am Ende zählt im Verfahren aber häufig vor allem der Preis – obwohl es aus meiner Sicht genauso um Erfahrung, Vertrauen und passende technische Lösungen geht.
Der Prozess zog sich über Jahre hin. Immer wieder musste ich ausführlich begründen, warum ein eigenes, entsprechend umgebautes Fahrzeug für mich notwendig war. Besonders schwer nachvollziehbar war für mich, dass die Kosten für den Führerschein übernommen wurden, das passende Fahrzeug aber zunächst nicht. Ohne Auto konnte ich meinen Führerschein im Alltag kaum nutzen.
Es gab Phasen, in denen ich kurz davor war, alles aufzugeben. Die Kosten waren enorm und privat für mich niemals finanzierbar. Gleichzeitig war lange keine endgültige Entscheidung in Sicht. Besonders belastend war, immer wieder neue Begründungen, Unterlagen und Kostenvoranschläge einreichen zu müssen, ohne zu wissen, ob sich am Ende wirklich etwas bewegt.
Um die Notwendigkeit zusätzlich zu verdeutlichen, rechnete ich der Agentur für Arbeit sogar die langfristigen Kosten regelmäßiger Taxifahrten vor. Diese stellte ich den Kosten für Fahrzeug und Umbau gegenüber. Dadurch sollte deutlich werden, dass ein eigenes behindertengerechtes Fahrzeug langfristig nicht nur mehr Selbstständigkeit ermöglicht, sondern in vielen Situationen auch wirtschaftlicher sein kann.
Ein großes Problem war sicherlich auch, dass vergleichbare Fälle in meiner Region in Norddeutschland kaum bekannt waren. Viele Sachbearbeitende hatten wenig Erfahrung mit solchen Anträgen. Zeitweise begleitete mich sogar mein Fahrlehrer zu persönlichen Gesprächen bei der Agentur für Arbeit, um zu erklären, welche technischen Voraussetzungen notwendig sind, damit ich überhaupt selbstständig fahren kann.
Allein der notwendige Umbau lag damals bei rund 70.000 Euro. Zusätzlich war ein Neuwagen erforderlich, da nur dieser entsprechend angepasst werden konnte. Nach langer Bearbeitungszeit wurden die Kosten schließlich genehmigt. Damit war die wichtigste Hürde geschafft: Ich konnte meinen VW-Bus bestellen und den behindertengerechten Umbau beauftragen.
Wie aus der Genehmigung ein für mich umgebautes Fahrzeug wurde, erzähle ich im nächsten Beitrag.
Hinweis: Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung. Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAlltalk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen.
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Fortsetzung folgt...