JAHRGANG 1989 •
SMA TYP II

Kostenübernahme Fahrzeugumbau – Wenn der Führerschein erst der Anfang ist

Nach meinem Führerschein war ein wichtiger Schritt geschafft. Aber damit aus diesem Traum wirklich Mobilität wurde, brauchte ich noch ein eigenes Fahrzeug – und einen behindertengerechten Umbau. Der Weg dorthin war lang, teuer und emotional oft sehr belastend.

 
Sandra sitzt in ihrem E-Rollstuhl vor einem Fahrzeug und hält ein Handy in der Hand.
Sandra sitzt in ihrem E-Rollstuhl vor einem Fahrzeug und hält ein Handy in der Hand.

Nach dem Führerschein war der Weg nicht zu Ende

Als ich meinen Führerschein endlich in den Händen hielt, war ich unglaublich stolz. Mobilität und Selbstständigkeit waren schon immer ein großer Traum von mir. Gleichzeitig wurde aber schnell klar: Ein Führerschein allein reicht nicht aus, wenn man kein Fahrzeug hat, das man auch wirklich selbstständig nutzen kann. Damit aus meinem Führerschein echte Mobilität werden konnte, brauchte ich ein eigenes Auto und einen behindertengerechten Fahrzeugumbau.

Warum ein eigenes Fahrzeug notwendig war

Für mich ging es nicht um Komfort oder Luxus, sondern um die Möglichkeit, meinen Alltag selbstbestimmt zu bewältigen. Mein Arbeitsweg, Arzttermine, Physiotherapie, Behördengänge oder Einkäufe waren ohne eigenes Fahrzeug nur schwer oder teilweise gar nicht möglich. Deshalb musste ich ausführlich begründen, warum ein umgebautes Auto für mich notwendig war und warum Taxi, öffentliche Verkehrsmittel oder Unterstützung durch andere keine dauerhafte Lösung waren.

Der Antrag auf Kostenübernahme

Da ich mich damals noch in der Ausbildung befand, war die Agentur für Arbeit für die Kostenübernahme zuständig. Schon zu Beginn des Antragsverfahrens merkte ich, wie aufwendig dieser Prozess werden würde. Für nahezu alles mussten mehrere Kostenvoranschläge eingereicht werden, meistens drei verschiedene – sowohl für das Fahrzeug selbst als auch für den späteren behindertengerechten Umbau.

Warum Austausch beim Autokauf wichtig ist

Gerade bei behindertengerechten Fahrzeugumbauten ist es nicht einfach, verschiedene Angebote einzuholen. Es gibt nur wenige spezialisierte Firmen, und natürlich tauscht man sich vorher mit anderen Betroffenen aus. Dadurch entstehen persönliche Favoriten. Am Ende zählt im Verfahren aber häufig vor allem der Preis – obwohl es aus meiner Sicht genauso um Erfahrung, Vertrauen und passende technische Lösungen geht.

Es gab Phasen, in denen ich kurz davor war, alles aufzugeben.

Ablehnungen, Widersprüche und viele Begründungen

Der Prozess zog sich über Jahre hin. Immer wieder musste ich ausführlich begründen, warum ein eigenes, entsprechend umgebautes Fahrzeug für mich notwendig war. Besonders schwer nachvollziehbar war für mich, dass die Kosten für den Führerschein übernommen wurden, das passende Fahrzeug aber zunächst nicht. Ohne Auto konnte ich meinen Führerschein im Alltag kaum nutzen.

Fast hätte ich aufgegeben

Es gab Phasen, in denen ich kurz davor war, alles aufzugeben. Die Kosten waren enorm und privat für mich niemals finanzierbar. Gleichzeitig war lange keine endgültige Entscheidung in Sicht. Besonders belastend war, immer wieder neue Begründungen, Unterlagen und Kostenvoranschläge einreichen zu müssen, ohne zu wissen, ob sich am Ende wirklich etwas bewegt.

Warum der Vergleich mit Taxikosten half

Um die Notwendigkeit zusätzlich zu verdeutlichen, rechnete ich der Agentur für Arbeit sogar die langfristigen Kosten regelmäßiger Taxifahrten vor. Diese stellte ich den Kosten für Fahrzeug und Umbau gegenüber. Dadurch sollte deutlich werden, dass ein eigenes behindertengerechtes Fahrzeug langfristig nicht nur mehr Selbstständigkeit ermöglicht, sondern in vielen Situationen auch wirtschaftlicher sein kann.

Wenn Erfahrung fehlt, wird alles noch schwieriger

Ein großes Problem war sicherlich auch, dass vergleichbare Fälle in meiner Region in Norddeutschland kaum bekannt waren. Viele Sachbearbeitende hatten wenig Erfahrung mit solchen Anträgen. Zeitweise begleitete mich sogar mein Fahrlehrer zu persönlichen Gesprächen bei der Agentur für Arbeit, um zu erklären, welche technischen Voraussetzungen notwendig sind, damit ich überhaupt selbstständig fahren kann.

Die Genehmigung

Allein der notwendige Umbau lag damals bei rund 70.000 Euro. Zusätzlich war ein Neuwagen erforderlich, da nur dieser entsprechend angepasst werden konnte. Nach langer Bearbeitungszeit wurden die Kosten schließlich genehmigt. Damit war die wichtigste Hürde geschafft: Ich konnte meinen VW-Bus bestellen und den behindertengerechten Umbau beauftragen.

Wie aus der Genehmigung ein für mich umgebautes Fahrzeug wurde, erzähle ich im nächsten Beitrag.

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Hinweis: Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung. Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAlltalk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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Fortsetzung folgt...

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