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Let’s talk about sex … – Ein paar (hoffentlich anregende) Gedanken

Die schönste Nebensache der Welt. Auch für Menschen mit SMA? Selbstverständlich!!!

 
Zwei Personen liegen gemeinsam im Bett unter einer Decke. Unter weißen Laken schauen nur die Füße hervor.
Zwei Personen liegen gemeinsam im Bett unter einer Decke. Unter weißen Laken schauen nur die Füße hervor.

Natürlich müssen wir, wie so oft im Leben, auch bei der Ü18-Kissenschlacht ein paar Sachen anders machen. Aber hey, normal kann ja jeder und ist doch auch langweilig ;-) Außerdem macht uns das vielleicht sogar zu den besseren Liebhaber*innen.

Kommunikation

Eines haben wir vielen Betthasen ohne SMA nämlich voraus:

Wir haben von klein auf Übung darin, gut mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren.

Jetzt mögen manche vielleicht behaupten: „Ja gut, aber beim Sex muss man doch nicht viel kommunizieren.“ Absoluter Anfängerfehler. Denn das Gegenteil ist der Fall. Natürlich muss nicht unbedingt viel miteinander geredet werden. Aber auch Körpersprache, Blicke, um zu signalisieren, dass einem etwas gefällt, ist Kommunikation. Zugegeben, Körpersprache ist vielleicht nicht so ganz unser Ding. Dann müssen wir eben doch ein bisschen mehr reden. Wenn man aber weiß, was man möchte (und was man nicht möchte) und das auch kommuniziert (gilt übrigens nicht nur für uns), verbessert es die gemeinsame Zeit ungemein – für alle Beteiligten. Und das ist absolut sexy! Deshalb also der Appell für eine offene und ehrliche Kommunikation im Schlafzimmer. Oder wo auch immer …

Hilfsmittel

In der Tat kann es sein, dass wir aufgrund unserer körperlichen Situation auch in den ganz intimen Stunden nicht ohne Hilfsmittel können. Sei dies ein klassisches Hilfsmittel aus unserem Alltag, wie z.B. eine Orthese oder sogar die Atemhilfe, oder ein spezielles Hilfsmittel für die schönen Stunden. Beispielsweise ein paar Kissen, um uns für den Partner/die Partnerin/die Partner in die richtige (für uns angenehme) Position zu bringen oder auch typische Spielzeuge, mit denen wir vielleicht unsere körperlichen Schwächen ausgleichen. Das können zum Beispiel „ferngesteuerte Hilfen“ sein, über die wir mit einer Handy-App die Kontrolle haben. Diese können zusammen mit unserem Gegenüber eine sehr interessante Ergänzung sein.

Grundsätzlich sind der Fantasie (übrigens auch ein ganz, ganz wichtiges Hilfsmittel – nur mal so am Rande) keine Grenzen gesetzt.

Assistenz

Kommen wir aber auch noch mal von den spaßigen zu einem ernsten Thema: Tatsächlich ist es so, dass wir aufgrund der SMA immer wieder Hilfe von anderen brauchen. Vieles davon, wahrscheinlich sogar mehr als wir uns das vorher selbst denken, übernehmen auch gerne unsere Partner*innen. Wenn wir mit ihnen über unsere Bedürfnisse sprechen.

Aber es gibt natürlich auch Sachen im Vorfeld oder bei der Nachbereitung, die können unsere Partner*innen nicht machen. Oder wir wollen vielleicht auch nicht, dass sie das machen. Dann brauchen wir unsere Assistenzkräfte oder eine sonstige Vertrauensperson. Auch hier ist wieder offene und ehrliche Kommunikation gefragt. Das ist nicht unbedingt einfach (Spoiler: Je öfter man das macht, umso einfacher wird es). Aber genauso wie wir ein Recht auf ein selbstbestimmtes (Sex-) Leben haben, haben Assistenzkräfte ein Recht darauf, dass ihre persönlichen Grenzen geachtet werden. Ein guter Gesprächsansatz könnte also z.B. sein: „Ich vertraue dir und respektiere dich. Ich glaube, das beruht auf Gegenseitigkeit. Deshalb würde ich gerne mit dir gemeinsam Lösungen für ein mir wichtiges und sehr persönliches Thema finden, mit denen wir uns beide wohlfühlen.“ Danach sollte man dann sachlich und offen darüber sprechen, was gemacht werden muss.

Pro-Tipp: Dieses Gespräch sollte man in einer entspannten Atmosphäre und rechtzeitig führen. Also nicht erst, wenn jemand schon vor der Tür steht.

Experimentierfreude

Für uns alle – egal ob mit oder ohne SMA – gilt beim Thema Sex: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Je mehr wir üben, umso besser wird es mit der Zeit. In allen Belangen. Mit der Zeit wissen wir, was uns gefällt, was uns nicht gefällt, was wir können, wie wir es können, was wir nicht können und worauf wir vielleicht achten sollten. Mit den richtigen Menschen zusammen macht es auch sehr viel Spaß, all das herauszufinden. Dabei ist der Weg häufig schon das Ziel. Denn beides für sich genommen kann bereits sehr schön sein. Manchmal auch nicht. Aber so ist das nun mal. Das gehört bei allen Menschen eben auch hin und wieder dazu. Also entspannt euch und habt Freude am Experimentieren. Erlaubt ist, was Spaß macht und womit alle Beteiligten einverstanden sind. Alles andere ist Nebensache.

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Hinweis: Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung. Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAlltalk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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