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Perspektivwechsel: Alltagsassistenz – Teil 2 – Work-Life-Balance und Motivation

Ich arbeite in einer Klinik sowie als Alltagsassistentin und könnte mir, auch wenn es mal anstrengend ist, aktuell keine besseren Jobs vorstellen.

Mit Buchstabenplättchen stehen die Wörter Familie, Arbeit, Balance und Leben geschrieben.
Mit Buchstabenplättchen stehen die Wörter Familie, Arbeit, Balance und Leben geschrieben.

So glücklich bin ich mit meiner Berufswahl…

Es ist einfach unglaublich schön, anderen Menschen helfen zu können und dafür so viel Dank und Anerkennung zurückzubekommen. Man muss aber auch dazu sagen, dass ich einen mittlerweile erwachsenen Sohn habe und deshalb bisher immer nur Teilzeit gearbeitet habe und nie 100 Prozent. Ich glaube, das macht viel aus.

So ist es mir nämlich immer gelungen, den nötigen Abstand zum Job zu bekommen. Der ein oder andere anstrengende Patient und die Vollpflege auf der Station können kräftezehrend sein. Wenn ich mal 4-5 Tage Dienst habe, dann kann ich mich danach aber erstmal einige Tage regenerieren. Andere machen dagegen 100 Prozent und das ist dann wirklich hart, da immer gut drauf zu sein und hundert Prozent zu geben.

Work-Life-Balance

Wenn es mir mal nicht gut geht, ist es mir wichtig, dass ich mich zurückziehen kann in meine Höhle: meine eigene Wohnung. Ich habe zwar einen Lebensgefährten, aber der lebt in seiner eigenen Wohnung, denn ich brauche nach der Arbeit einfach meinen Rückzugsort. Nach einem stressigen Tag kann ich dann Zeit für mich genießen. Besonders nach einem Schichtdienst ist es mir wichtig, dass ich weiß, wenn ich nach Hause komme, verlangt oder erwartet niemand mehr etwas von mir. Dann warten da nur noch meine Couch und ein gutes Buch auf mich ;-)

Außerdem habe ich drei Schwestern und mit denen kann ich stundenlang telefonieren und meinen Frust rauslassen, wenn das mal nötig ist. Ich liebe es auch, spazieren zu gehen und alleine – egal bei welchem Wetter ­– draußen in der Natur zu sein und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Ein guter Ausgleich und wahnsinnige Bereicherung in meinem Leben ist auch mein kleines Enkelkind. Ich bin nämlich letztes Jahr Oma geworden.

Die Arbeit mit nach Hause nehmen?

Wahrscheinlich ist das unüblich, wie ich es mache, denn es heißt ja oft: Du sollst deine Arbeit nicht mit nach Hause nehmen. Ich nehme aber tatsächlich bewusst Schicksale mit nach Hause. Viele Kollegen oder Kolleginnen sagen, nach der Arbeit wollen sie ihre Patienten vergessen. Das kann und will ich aber gar nicht. Es beschäftigt oder berührt mich eben Vieles in meinem Berufsalltag. Deshalb mache ich mir dann auch meine Gedanken dazu. Und vor allem ziehe ich oft etwas daraus für mich selbst. Es belastet mich also in dem Sinne nicht. Abgesehen natürlich von bestimmten Schicksalen, die einem dann doch etwas zu nahe gehen. Aber eigentlich ist es eher eine Bereicherung, dass ich das erlebt habe, was mich beschäftigt. Dann spreche ich auch darüber – vor allem mit einer meiner Schwestern. Dieser Austausch ist extrem wichtig für mich.

Was macht besonders viel Spaß an dem Beruf?

Das hängt stark mit dem Menschen zusammen: Die ganze Art meiner aktuellen SMA-Klientin ist sehr motivierend. Sie ist sehr einfallsreich und weitläufig interessiert. Außerdem ist sie experimentierfreudig – zum Beispiel was das Kochen angeht, denn das machen wir zusammen.

Insgesamt habe ich einfach schon unheimlich viel von ihr gelernt und mir die ein oder andere ihrer kreativen Ideen abgeguckt. Wenn ich zu ihr komme, hat sie oft schon was geplant oder irgendein Rezept rausgesucht. Sie kann beim Kochen zwar gar nicht helfen, aber umso besser ist sie im Anweisungen geben. Denn sie kennt sich super aus mit ihren Geräten, die sie zuhause hat. Zwar kann sie nicht mit Schnibbeln etc., aber sie steht dann im Rollstuhl hinter mir und wir geben uns dann gegenseitig Tipps. Das macht immer super viel Spaß. ☺

Martina, Jahrgang 1967, Assistentin

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Fortsetzung folgt...

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