Mobilität

KFZ-Umbau für Passiv-Fahrer

SMA-Patient Bastian gibt Tipps und Tricks zum Thema KFZ-Umbau für Passiv-Fahrer.

Ein Straßenschild mit einem Rollstuhlsymbol, das einen Parkplatz als Behindertenparkplatz kennzeichnet.
Ein Straßenschild mit einem Rollstuhlsymbol, das einen Parkplatz als Behindertenparkplatz kennzeichnet.

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„Ein eigenes KFZ bietet sich für SMAler:innen oder deren Familien oftmals an. Insbesondere, wenn man nicht in einer Großstadt wohnt. Denn das Fahrrad als Alternative zum öffentlichen Personennahverkehr fällt spätestens mit der Notwendigkeit eines Rollstuhls für die oder den/die Betroffene/n weg.

Bisher war es auch so, dass Menschen, die von klein auf mit SMA leben, nie stark genug wurden, um eigenständig einen PKW sicher führen zu können. Der Umbau des entsprechenden Fahrzeuges für eine/n Aktiv-Fahrer/in war deshalb nicht notwendig.

Mit zunehmendem Alter können die Betroffenen häufig für die Fahrt auch nicht mehr aus dem Rollstuhl in einen entsprechenden Autositz umgesetzt werden. Es ist daher notwendig, ein Auto auszuwählen, in dem jemand befördert werden kann, während er/sie noch im Rollstuhl sitzt. Dies schränkt die Modellauswahl sehr ein: Entweder auf einen Kastenwagen oder einen Van. Diese Fahrzeugtypen werden jedoch nicht von allen Herstellern gebaut.

Um bei einem Kastenwagen sowohl die notwendige Sitz- vor allem aber auch Einfahrtshöhe im Rollstuhl zu gewährleisten, ist ein aufwendiger Umbau erforderlich. Es muss sichergestellt sein, dass die Hinterräder einzeln aufgehängt sind. Denn der Fahrzeugboden muss ausgeschnitten und neu eingelassen werden. Hierbei wird dann auch gleich eine ausklappbare Rampe integriert.

Derart aufwendige Umbaumaßnahmen sind bei einem Van nicht notwendig. Hier reicht oftmals schon der Einbau einer ausklappbaren Rampe sowie einiger Schienen im Innenraum, um den Rollstuhl für die Fahrt fixieren zu können. Durch den wesentlich unkomplizierteren Umbau sowie das zusätzlich zum Rollstuhlplatz vorhandene Raumangebot im Auto, rechnet sich oftmals tatsächlich der höhere Anschaffungspreis des Fahrzeuges. Insbesondere wenn noch weitere Passagiere (z.B. Geschwisterkinder) oder Hilfsmittel mitgenommen werden müssen.

Grundsätzlich ist es möglich, beide Fahrzeugtypen entweder mit manuell ausklappbaren Rampen oder elektrischen Einstiegshilfen auszustatten. Insbesondere Vans werden gerne statt mit einer Rampe auch mit elektrischen bzw. hydraulischen Hebevorrichtungen umgerüstet. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass derartige Systeme häufig auch fehleranfälliger sind. Insbesondere können Sie nicht mehr genutzt werden, wenn ein Defekt vorliegt. Eine manuelle Rampe hingegen lässt sich immer ausklappen. Aufgrund der Leichtbauweise in der Regel auch von Personen, die nicht so viel Kraft haben.

Die Wahl des Fahrzeuges und die Umbauvariante sollten also stets gut abgewogen werden. Vor allem, da es sich meist um eine längerfristige Anschaffung handelt. In diesem Zusammenhang ist es auch noch interessant zu wissen, dass Zuschüsse zu Fahrzeugumbauten seitens der Sozialhilfeträger nur erfolgen, wenn das Fahrzeug im beruflichen Kontext von der/dem Betroffenen genutzt wird. Eltern, die ein Fahrzeug für ihre schulpflichtigen Kinder umrüsten lassen, müssen diese Kosten selbst tragen. Manchmal werden diese Vorhaben durch das Sammeln von Spenden unterstützt.“

Bastian, SMA Typ II

Hinweis:  Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung.  Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAll talk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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