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Reisebericht Portugal – Teil 1

Die kleine Patientin mit SMA Typ 1 liegt im Urlaub auf einem Brett und wird so über den Strand gezogen.
Die kleine Patientin mit SMA Typ 1 liegt im Urlaub auf einem Brett und wird so über den Strand gezogen.

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„Amelies Papa ist in Brasilien geboren, sein Vater ist Deutscher und seine Mutter Brasilianerin. Mit nur zwei Monaten zog die Familie nach Deutschland. Aufgrund eines Projektes ging es dann mit sechs Jahren nach Portugal, nähe Lissabon. Seine Mutter lebt bis heute in Lissabon und sein Papa lebt wieder in Deutschland, hat aber ein Haus in Lissabon. Seit ich mit Amelie schwanger war, fliegen wir also jedes Jahr nach Portugal. Ich berichte hier von unseren letzten Erfahrungen dort:

Als Amelie 1,5 Jahre alt war und ich alleine nach unserer Dubai-Reise von Portugal aus nach Düsseldorf zurückgereist bin, habe ich zum ersten Mal den „Behinderten-Service“ am Flughafen genutzt. Ich kann es jedem nur empfehlen! Keine Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen und man wird direkt zum Flugzeug gefahren. Wichtig ist immer, dies auch im Voraus anzumelden. Außerdem ist es auch immer wichtig, vorher zu erwähnen, dass man das benötigte Hilfsmittel – in unserem Fall zu der Zeit noch ein Reha-Buggy – direkt beim Ausstieg wiederbekommen muss. Leider hat es schon das ein oder andere Mal nicht geklappt, weil ich es nicht explizit erwähnt hatte. Da wir aber normalerweise zu zweit reisen und alles bisher noch gut zu Händeln ist, nutzen wir den Service aktuell eher noch selten.

Was wir für uns gelernt haben, ist, dass wir nach Möglichkeit als letzte in den Flieger einsteigen. Somit erspart man sich einige Zeit im engen Flieger, denn der Komfort im Reha-Buggy oder Rolli ist ja besser als auf dem Flugzeugsitz. In der Regel wird eingeschränkten Menschen angeboten, dass man als erstes einsteigt, dies finde ich in unserem Fall aber nicht so vorteilhaft.

Im Flieger nutzen wir nun aktuell (seit Amelie 3 Jahre alt ist) einen Sitzaufsatz als Hilfsmittel. Damit klappt das Sitzen wunderbar und es wurde von der Fluggesellschaft so erlaubt. Ich melde immer einige Wochen vorher alle Hilfsmittel an, die mit auf die Reise gehen, bzw. als Handgepäck mitgenommen werden. Ich notiere die Bezeichnungen, Maße der Hilfsmittel, Gewicht und sende noch ein Bild dazu. Bisher hatten wir keine Probleme. Da wir dieses Jahr aufgrund von Corona nicht fliegen werden, kann ich erst nach dem nächsten Jahr berichten, wie es mit Rolli und Reha-Buggy bzw. E-Rolli klappt.

Mit dem Reha-Buggy kommen wir vor Ort wunderbar klar. Natürlich ist es oft auch schweißtreibend, den Wagen bergauf zu schieben. Wenn wir z.B. in der Stadt sind – also in Lissabon – kommen wir auch recht gut mit dem Reha-Buggy klar. Hier ist es natürlich von Vorteil, dass der Wagen gut gefedert ist – besonders bei den vielen ungeraden Straßen. Wir schauen, dass wir die öffentlichen Verkehrsmittel von Orten aus benutzen, an denen sich auch ein Fahrstuhl befindet. Lissabon hat ein gutes U-Bahn-Netz. Außerdem ist jeweils ausgeschildert, welche Einstiege behindertengerecht sind. Portugal ist im Allgemeinen auch recht behindertenfreundlich, was den Service angeht: Am Schalter hat man Vortritt und auch in der Straßenbahn oder U-Bahn gibt es Behinderten-Plätze. Man muss sich nur trauen, sich am entsprechenden Schalter anzustellen, denn mit Reha-Buggy, der wie ein Kinderwagen aussieht, wird man dann oft ungläubig angeschaut. Hinzukommt, dass der Schwerbehindertenausweis leider noch nicht EU-konform ist. Behindertenparkplätze findet man dagegen oft und hier gilt auch unser Behinderten-Parkausweis. Wir nehmen diesen Ausweis immer mit in den Urlaub. Gerade an vollen Stränden hat uns dies schon oft Vorteile erschafft und wir mussten nicht lange nach einem Parkplatz suchen oder weit laufen.

In Portugal haben wir durch Kontakte auch einen tollen Ort gefunden, an dem wir mit Amelie zum therapeutischen Reiten können. Das liegt in der Nähe von Cascais und ist auch wunderschön.

Am Strand hat man dagegen schon Probleme, ein Kleinkind im Reha-Buggy – geschweige denn in einem Rollstuhl ­– durch den Sand zu ziehen. Deshalb mussten wir kreativ werden. Wie genau das aussah, zeige ich im Video in meinem nächsten Beitrag.“

Verena, Mama von der 4-jährigen Amelie (SMA Typ 1)

zu Teil 2

Das kleine Mädchen mit SMA Typ 1 sitzt schlafend auf einem speziellen Kindersitz im Flugzeug. – Die kleine SMA-Patientin und ihre Mutter reiten im Urlaub in Portugal. Daneben läuft der Vater des Mädchens mit.
Das kleine Mädchen mit SMA Typ 1 sitzt schlafend auf einem speziellen Kindersitz im Flugzeug. – Die kleine SMA-Patientin und ihre Mutter reiten im Urlaub in Portugal. Daneben läuft der Vater des Mädchens mit.


Dank dieses Hilfsmittels kann Amelie im Flugzeug sicher sitzen.

Reiten in Portugal – das macht Spaß und tut gut!

Hinweis:  Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung.  Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAll talk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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