Freundschaft

Wie lebt ihr Freundschaften?

Um sich für die Unterstützung seiner Freunde zu revanchieren, hilft dieser Patient mit Baggerfahren.

SMA-Patient Stefan sitzt in einem Bagger, den er selbst bedient.
SMA-Patient Stefan sitzt in einem Bagger, den er selbst bedient.

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„Servus!

Ich habe einen großen Freundeskreis. Der besteht vor allem aus Freunden ohne Behinderung. Meine Jungs und Mädels sind einfach top! Wenn ich mit ihnen unterwegs bin, gibt es nichts, was sie mir ausschlagen würden. Ich möchte dies allerdings nicht ausnutzen. Ich würde mich nicht wohl dabei fühlen, ständig zu sagen: Helft mir hier und da usw. Und deswegen trete ich oft einfach etwas kürzer.

Natürlich helfe ich im Gegenzug meiner Bekanntschaft auch sehr gerne. Da ich Auto fahren kann, sind das zum Beispiel Tätigkeiten wie: Baggerfahren auf der Baustelle, Kumpels mal wo hinfahren, wenn ihr Auto in der Werkstatt ist und so weiter. Leider passiert das nicht recht oft, denn ich denke, die meisten nehmen da zu sehr Rücksicht auf mich. 

Seitdem es das Landespflegegeld gibt, das unter anderem für meine Kumpels gedacht ist, denken sie, ich möchte die Freundschaft erkaufen. Das kommt vielleicht auch daher, dass ich schon das ein oder andere Mal zum Dank etwas springen lassen wollte. Bei dem Landespflegegeld handelt es sich aber um eine nicht steuerpflichtige Einnahme. Diese soll als Anerkennung für die pflegenden Angehörigen, Freunde, Helferinnen und Helfer verstanden werden. Sie wird in Bayern zusätzlich zum allgemeinen Pflegegeld gewährt und beträgt 1.000 Euro pro Jahr.

Wir sind eine kleine Truppe und so in der Zusammenstellung auch schon seit klein auf gemeinsam unterwegs. Die Kindheit war bei mir ganz normal, da die Krankheit damals bei mir noch nicht schlimm war. Im Jugendalter war es dann schon etwas anders. Da war ich selbst eventuell nicht ganz fair zu meinem Umfeld. Durch meine Einschränkung konnte ich nicht mehr mit Gleichaltrigen mithalten. Damals hatte ich aber noch nicht die Diagnose SMA erhalten, denn die kam mit 19 Jahren. Den ein oder anderen hat mein damaliges Verhalten eventuell etwas geprägt. Dadurch sind nach und nach die Leute zum Teil sehr zurückhaltend mir gegenüber geworden.

Ich habe aber auch Freunde mit Behinderung und auch die sind einfach top! Das sind zwei Personen mit einer Querschnittslähmung. Von den beiden kann ich mir sehr viel abschauen, da sie auch älter sind als ich und sehr erfahren im Umgang mit ihrer Krankheit sind. Da kann ich noch viel lernen: Was es für Techniken gibt, wie man mit dem Rollstuhl umgeht – z.B. wie man richtig auf zwei Rädern fährt. Aber auch einfach, dass man alles mit mehr Geduld angehen sollte.“

Stefan, 34 Jahre, SMA-Patient 

Hinweis:  Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung.  Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAll talk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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