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Reisebericht Dubai – Teil 2

Mutter berichtet über ihre Reise

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„Dubai ist ja gigantisch und ziemlich luxuriös. Wir hatten auf jeden Fall eine gute, wenn auch kurze Zeit dort. Wir haben das größte Gebäude der Welt besichtigt, den „Burj Khalifa“ – das war auch ein tolles Erlebnis. Wir besuchten verschiedene Einkaufszentren, Hotels, Souks, Parks, Moscheen, ein Aquarium und spazierten viel. Es war alles recht frauen- und kinderfreundlich – gerade in den Straßenbahnen, dort gab es extra rosafarbene Bereiche. Außerdem war es dort behindertengerecht und wir hatten wenige Probleme mit dem Reha-Buggy. Lediglich einmal fanden wir keinen Fahrstuhl und mussten viele Treppenstufen überwinden.

Amelie hatte zum Glück kein Problem mit der Hitze. Es waren so circa 40 Grad und die Luftfeuchtigkeit ist kontinuierlich hoch.

Am letzten Abend haben wir eine Bootstour am Persischen Golf gemacht, wo man eine tolle Aussicht auf Dubai hat, aber auch auf die vielen angelegten Inseln. Es gab auch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Nach dem Anlegen sind wir noch etwas zu Fuß gegangen. Irgendwann haben wir aber gemerkt, dass wir nicht ganz richtig sind und es doch noch ein ganzes Stück zum Hotel ist, denn wir mussten quasi einen breiten Fluss überqueren. Mein Freund hat sich dann durchgefragt. Es gab so kleine Boottaxis. Aber erstmal brauchten wir Bargeld. Patric hat also einen Automaten gesucht, während Amelie und ich dort warten sollten. Es war alles überfüllt mit Menschen – hauptsächlich männliche Araber. Es war Ende vom Ramadan. Amelie und ich mussten ziemlich lange warten. Sie saß im Reha-Buggy und es kamen die ganze Zeit immer wieder Männer auf uns zu, die Amelie feierten, fotografierten, Sachen schenkten usw. Ich wusste gar nicht, mit der Situation klarzukommen und wusste auch nicht, wie ich mich wehren soll. Alle waren freundlich, aber hatten nur Blicke für Amelie und ich hatte im Inneren auch ein wenig Angst, weil ich gar nicht wusste, wie uns geschah. Bis heute weiß ich nicht, was da genau los war. Ob die sahen, dass sie „besonders“ ist oder ob ein so kleines, süßes, blondes Mädchen das besondere war. Ich war heilfroh, als Patric endlich wiederkam. Wir sind dann also in so ein Taxiboot rein. Zuvor hatten wir bei irgendeinem Menschen, der da gerade stand, Tickets gekauft. Die Boote waren so kleine Holzboote ohne Reling. Als wir endlich auf dem Boot drauf waren, merkte der Bootsfahrer, dass wir quasi auf dem Falschen waren und unsere Tickets nicht dafür galten. Eine Diskussion kam auf, und das auch noch in diesem kleinen vollen Boot mit kaum Sicherheit. Ein Geschaukel, um uns rum viele anderen kleine Taxiboote, das Eine rammte das Andere. Und Amelie in ihrem Reha-Buggy mitten auf dem Deck ohne eine Reling darum! Uns wurde echt angst und bange, doch es gab auch kein Zurück mehr. Das mit dem Ticket konnten wir dank eines anderen Fahrgasts schließlich klären und es ging los. Ich glaube, die Fahrt dauerte nur ca. 5–10 Minuten aber wir beide hatten die totale Angst. Ich hatte nur Vorstellungen, wie Amelie in ihrem Reha-Buggy über Board fliegt – einfach schrecklich. Zum Glück ist alles gut gegangen, aber es war Abenteuer pur!

Fazit: Wir sind froh, dass wir diese Reise gemacht haben, Dubai war toll! Aber es reicht auch, es einmal gesehen zu haben. Eine solche Reise würde ich mir alleine jetzt nicht mehr zutrauen, da Amelie ja auch viel schwerer geworden ist und noch viel mehr Hilfsmittel benötigt werden. Es gibt aber an den Flughäfen auch einen Behindertenservice und wenn man den nutzt, hat man auf jeden Fall schon eine gute Unterstützung.

Die Reise ging dann noch weiter nach Portugal. Der Flug von Dubai nach Lissabon war aber leider nicht mehr so leer wie auf dem Hinflug. Wir hatten tatsächlich nur unseren einen Platz und das für einen neun Stunden Flug. Aber auch hier kann ich nur wieder den guten Service betonen. Die Stewardess schaute sich um, wo es einen einzelnen freien Platz gab und fragte die Person daneben, ob sie tauschen würde. So hatten wir dann doch zwei Plätze und ich konnte Amelie gut hinlegen auf einen Platz und ihre Beine auf meinen Schoß.

Erst ging es nach Lissabon eine Nacht zu Amelies Oma und dann weiter mit dem Bus an die Algarve. Urlaub mit dem Opa und Familie, das war alles schon sehr aufregend.

Am vorletzten Tag haben wir dann leider ein zweites Mal den Reha-Buggy Therapietisch wo vergessen und er war auch leider nicht mehr auffindbar. Zum Glück haben wir zu Hause dann einen neuen bekommen.“

Verena, Mama der 4-jährigen Amelie (SMA Typ 1)

Die Reise nach Dubai war ein Abenteuer!

Mehr zur Portugalreise findest Du in Verenas nächstem Reisebericht. Fortsetzung folgt…

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