Ernährung

Meine PEG-Verbandsroutine

SMA-Patient Bastian berichtet von seiner Verbandsroutine…

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„Egal ob man eine PEG-Magensonde mit Schlauch oder einen sogenannten Button hat – für unseren Körper ist dies ein Fremdkörper. Manche SMAler*innen haben Glück und ihre Einstichstelle verheilt vollkommen reibungslos. Bei ihnen ist es dann quasi wie bei einem Ohrring. Nur dass sich das entsprechende Loch eben nicht im Ohrläppchen, sondern in der Bauchdecke befindet.

Ich persönlich habe leider mit meinem medizinischen „Bauchdecken-Piercing“, wie ich die Einstichstelle meiner PEG-Magensonde gerne nenne, nicht so viel Glück. Über die Jahre hat sich aber eine Routine entwickelt, mit der meine Assistenz und insbesondere ich sehr gut umgehen können.

Um die Einstichstelle vor einer Infektion zu schützen, trage ich direkt an der Wunde eine sterile Schlitzkompresse. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich Mullkompressen hierfür nur bedingt eignen, da sich die einzelnen Fasern gerne mal am Schlauch der PEG oder sogar in der Wunde selbst verheddern. Deshalb nutze ich grundsätzlich Schlitzkompressen aus Vlies. Damit der Bereich um die Einstichstelle möglichst keimfrei bleibt, verkleben wir das gesamte Areal mit einem sogenannten Breitbandfixierpflaster, aus dem dann nur noch der Schlauch meiner Magensonde herauskommt.

Da es beim Verbandswechsel sehr nervig wäre, wenn der Schlauch der Magensonde am Pflaster klebt, legen wir immer noch eine ungeschlitzte, ebenfalls sterile Kompresse über den Schlauch, bevor wir das Pflaster darüber kleben. Ein solcher Verband kann durchaus auch mal mehrere Tage unberührt bleiben, wenn die Einstichstelle reizfrei ist. Ich persönlich lasse den Verband aber täglich wechseln. Nach dem morgendlichen Duschen ist er ohnehin durchnässt und muss erneuert werden. Dadurch ist es dann angenehmer, das alte Pflaster zu entfernen.

Natürlich wird die Wunde bei jedem Verbandswechsel sorgfältig desinfiziert. Hierfür nutze ich ein Wund-Desinfektion Spray meiner Wahl. Anschließend gönne ich meiner Wunde immer noch ein paar Minuten eine kleine Jod-Packung. Dazu wird eine sterile Schlitzkompresse mit Jodlösung getränkt und auf die Wunde gelegt. Danach wird wie oben beschrieben ein neuer Verband angelegt. Mit dieser Routine ist es mir bisher sehr gut gelungen, die Einstichstelle von meinem medizinischen „Bauchdecken-Piercing“ größtenteils entzündungsfrei zu halten.

Wichtig ist mir auch, dass wir beim Verbandswechsel den Schlauch der Sonde einmal in dem Loch drehen, um zu verhindern, dass er festwächst. Dies würde einen Wechsel der Magensonde unnötig verkomplizieren.

Das notwendige Verbandsmaterial sowie alle anderen Materialien werden übrigens von der Krankenkasse bezahlt. Ich beziehe alles, was ich für die Pflege meiner Magensonde brauche und auch die entsprechende Sondennahrung samt Zubehör über einen darauf spezialisierten Dienstleister. Dieser kümmert sich auch um die notwendigen Verordnungen bei meiner Hausärztin.“

Bastian, SMA Typ II

Hinweis:  Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung.  Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAll talk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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