Ernährung

Persönliche Erfahrungen eines PEG-Besitzers

Eine PEG-Sonde zu haben, bedeutet nicht, dass der Teller leer bleiben muss!

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„Auch wenn ich mich noch sehr gut erinnere, wie schockiert ich seinerzeit war, als mir die Ärzte eröffneten, dass ich wohl nicht um eine Magensonde herumkommen würde, so möchte ich dieses praktische Hilfsmittel heute nicht mehr missen. Ich kann wirklich allen SMAler*innen, die Schwierigkeiten mit dem Essen haben, nur raten, für diese Option offen zu sein.

Natürlich gibt es Angenehmeres, als wenn einem die Ärzte ein Loch durch die Bauchdecke verpassen. Aber für das Prozedere selbst und im Nachhinein haben die Ärzte gute Möglichkeiten, damit man weitgehend schmerzfrei ist. Außerdem sind die Schmerzen bald vergessen und die Vorteile überwiegen eindeutig. Und damit meine ich nicht nur, dass man Zähneputzen und frühstücken gleichzeitig kann ;-)

Insgesamt wird es mit Hilfe einer Magensonde wesentlich entspannter, weniger zeitintensiv und vor allem ungefährlicher zu essen. Der eigene Körper bekommt zudem ganz bequem die notwendigen Kalorien, damit er vernünftig funktionieren kann.

Außerdem bedeutet eine PEG-Sonde ja auch nicht, dass man seinen Mund gar nicht mehr zum Essen benutzen darf. Man kann immer noch naschen, wenn man Lust auf irgendetwas hat. Aber man muss sich das Essen eben nicht mehr rein quälen, um satt zu werden. Tatsächlich geht sogar beides gleichzeitig. Man kann also beispielsweise genüsslich ein leckeres Fischstäbchen naschen, während zeitgleich über die PEG der Magen mit den notwendigen Kalorien und Nährstoffen in Form von Sondennahrung befüllt wird. Weiterhin mit Freunden oder Familie zusammen am Essenstisch zu sitzen, ist also möglich.

Manche lassen die Nahrung nur ganz langsam laufen. Davon halte ich persönlich allerdings nichts. Schließlich sitzt man ja auch nicht stundenlang an einem Schnitzel, sondern will irgendwann auch mal satt sein. Ich persönlich lasse meine Sondennahrung daher so zügig, wie es die entsprechende Pumpe erlaubt, in den Magen. Dann stellt sich nämlich auch ein Sättigungsgefühl ein. Man kann das bei Bedarf üben, indem man die Flussrate der Sondennahrung über die Zeit hinweg immer etwas weiter steigert.

Für die Pumpe und das übrige Zubehör gibt es übrigens spezielle Rucksäcke, die man an den Rollstuhl hängen kann. Somit fällt es Umstehenden gar nicht auf, dass man gerade mit Essen vollgepumpt wird. Das vermeidet erfahrungsgemäß auch Irritationen bei nicht eingeweihten Personen ;-)

Damit man möglichst lange Freude an seinem „Bauchdecken-Piercing“ hat, sollte man auf eine gute Wundversorgung der Einstichstelle seiner PEG-Magensonde achten und darauf, dass der Schlauch innen nicht verklebt. Hierfür nach dem Essen immer (!) mit etwas Wasser oder Tee durchspülen. Cola eignet sich bei Erwachsenen sehr gut, um hartnäckigere Ablagerungen im Sondenschlauch zu lösen. Einfach etwas einwirken lassen und anschließend mit Wasser nachspülen.

Als letzten Tipp möchte ich noch mit auf den Weg geben, sich wirklich mit der Auswahl der Sondennahrung zu befassen. Auch was die Geschmacksrichtungen betrifft. Denn hin und wieder müssen auch wir Nicht-Oralverkoster mal aufstoßen. Und wenn sich dann der Erdbeergeschmack über die Zunge legt, obwohl wir diese Frucht überhaupt gar nicht mögen, dann könnte unser Körper ganz von sich aus unter Beweis stellen, dass die Verbindung zwischen Magen und Mund trotz PEG-Sonde noch funktioniert…“

Bastian, SMA Typ II

Hinweis:  Erkennbare Markennamen sind willkürlich gewählt und dienen ausdrücklich nicht der Produktplatzierung.  Biogen nimmt keinerlei Einfluss auf Umsatzgeschäfte der auf SMAll talk sporadisch erkennbaren Markenhersteller und es bestehen diesbezüglich keinerlei Erwartungen. 

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